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Schreiben als Gärtnerin des Lebens

Sophie Gärtner




Vielleicht erscheint es etwas ungewöhnlich als Autorin einer internetbasierten Zeitung mit dem Titel „Gärtnerin“ gelistet zu sein. Ich habe tatsächlich einen kleinen Garten. Erst seit kurzem, aber ich bin höchst motiviert ihm die nötige Pflege, die er braucht zukommen zu lassen. Das Gärtnern betrachte ich jedoch bereits seit längerem als Lebenseinstellung, auch ohne Garten. Ich lebe das Gärtnern in der Familie und im Beruf, doch was bedeutet das?

Inspiriert wurde diese Lebenseinstellung von der amerikanischen Autorin Alison Gopnik und ihrem Buch über Erziehungsstile mit dem Titel „The Carpenter and the Gardener“. Die Theorie der Autorin besagt, dass es zwei wesentliche Gruppen von Eltern gibt, die der Tischler und die der Gärtner. Es geht hier nicht um die Berufe der Eltern, sondern vielmehr um ihre Einstellung zu ihren Kindern. Der Tischler möchte das Kind gestalten. Tischler Eltern haben eine klare Idee was sie von ihrem Kind erwarten und in welche Zukunft sie es führen möchten. Sie haben das „Meisterstück“ innerlich entworfen und leiten das Kind durch die richtigen Bücher, die richtigen Schulen, den richtigen Umgang und natürlich die bestmögliche Erziehung auf dem Weg um ihr Meisterstück zu werden.

Die Gärtnereltern beschäftigen sich wenig damit wie genau ihr Pflänzchen später aussehen wird. Für die Gärtner ist es wichtig, dass das Kind wächst, gedeiht und aufblüht. Das Ziel der Gärtnereltern ist es eine gut nährende, vielfältige und dynamische Umgebung zu schaffen, in der sich das Kind beschützt aber auch kreativ und individuell entfalten kann. Gopnik, die eine Philosophie und Psychologieprofessorin an der Berkeley Universität ist, bittet Eltern in ihrem Buch sich mehr auf das Gärtnern zu stützen und ihren Kindern den natürlichen Freiraum zur eigenen Entfaltung zu geben.

Die Autorin hat damit nicht nur meinen Umgang mit meinen Kindern inspiriert, sondern auch meine Einstellung zum Leben. Statt verbissen auf ein bestimntes gestecktes Karriereziel hinzutischlern, oder meine seit langen ersehnte Traumfigur zu modellieren, versuche ich ein Umfeld der gesunden Ernährung, der beruflichen Inspiration und vor allen der uneingeschränkten Offenheit für das was kommen möchte, was die Natur – im weitesten Sinne – mir anzubieten hat, zu etablieren. Erst seit der Abkehr von meinen konkreten avisierten Zielen und Bauplänen, gelingt es mir alle Möglichkeiten wahrzunehmen, die das Leben mir anbietet. Möglichkeiten mich in Bereichen zu entwickeln, die mit meiner eigentlichen Karriere nichts zu tun haben und auch nicht zielführend erscheinen. Möglichkeiten Menschen zu treffen, die eigentlich nicht in meinen „Umgang“ passen. Möglichkeiten Aspekte zu lernen, die ich niemals gesucht hätte und die mich nun dennoch finden. Ein solcher Aspekt ist meine Autorenschaft in „Das Monokel“ und ich erwarte mit der Geduld und Spannung des Gärtners, was ich in Zukunft mit Euch, meine werten Leser, teilen darf.

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